Worum es geht

Die Kinder im rumänischen Bögöz wollten Basketball spielen – doch für einen Sportplatz fehlte das Geld. „Basketball Leben“ hat diesen Platz gebaut. Am Ziel angekommen sind wir aber noch lange nicht.

Rumänien wird mit Armut assoziiert, mit Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsflüchtlingen. Mit dem Verein „Basketball Leben e.V.“ möchten wir nicht nur Basketball nach Bögöz bringen, sondern auch den Austausch zwischen rumänischen und deutschen Basketballspielern fördern.

Das Projekt

Beim Sport ist egal, wo man herkommt. Es ist egal, ob man Roma ist oder Waise, ob die Eltern Bauern sind oder Schreiner. Es geht darum, dass man gemeinsam für eine Sache kämpft. Mit der Gründung des Vereins „Basketball Leben e.V.“ wollen wir den Kindern in Bögöz eine sportliche Perspektive bieten und gleichzeitig Werte wie Respekt, Zusammenhalt und Toleranz vermitteln. Die Kinder und Jugendlichen von Bögöz haben kaum Perspektiven. Sport- und Freizeitangebote gibt es nicht. Selbst der Schulsport findet in einem kleinen Klassenzimmer statt. Nachmittags sind sie oft sich selbst überlassen. Dann zieht es sie auf die Straße. Mit der Gründung eines Basketballteams können die Kinder und Jugendlichen aus Bögöz ihre Freizeit selbst in die Hand nehmen.

Der Ort

Bögöz ist ein Dorf im Szeklerland. Das Szeklerland ist eine Region im Osten von Siebenbürgen, die hauptsächlich von Szeklern bewohnt wird, der ungarischen Minderheit Rumäniens. Die Szekler pflegen ihre eigene Kultur und sprechen Ungarisch. Politisch plädieren sie für mehr Autonomie. Auch zehn Jahre nach dem EU-Beitritt Rumäniens ist die Armut weit verbreitet. Das gilt besonders für die ländlichen Regionen – und damit auch für Bögöz. Die meisten Menschen in der Region sind Landwirte, auch Kinder müssen ihren Eltern schon früh bei der Arbeit helfen. Infrastrukturell ist das Szeklerland unterentwickelt. Mal eben den Bus nehmen, um zum Training in den nächsten Ort zu fahren? Was für viele Kinder in Deutschland selbstverständlich ist, ist für die Einheimischen undenkbar – der einzige Zug, der Bögöz anfährt, passiert das Dorf nur wenige Male am Tag – wenn überhaupt.

Das Camp

Im Sommer 2014 haben wir den Auftakt zu unserem Projekt gegeben. Wir sind mit 12 Münchner Kindern – allesamt Spieler des Münchner Basketballvereins BC Hellenen – nach Bögöz gefahren, um dort ein Basketballcamp zu veranstalten. Die Münchner Kinder haben die Schüler von Bögöz trainiert, im Gegenzug haben die rumänischen Kinder den Besuchern ihr Land und ihre Kultur spielerisch nähergebracht. Kinder aus unterschiedlichsten kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergründen konnten so zueinander finden. Im Sommer 2015 ging es dann erneut nach Bögöz, wo das Training zum ersten Mal auf dem neu gebauten Basketballplatz stattfinden konnte. Auch 2016 waren wir in Bögöz und werden auch die nächsten Jahre den Austausch mit den Kinder aus Bögöz pflegen.

Die Kinder

Basketball Leben möchte für die Kinder und Jugendlichen in Bögöz eine sportliche Perspektive schaffen. Aber die Aktivitäten der rumänischen Kinder sind nicht unser einziges Anliegen: Jedes Jahr begleiten Münchner Kinder das Projekt. Unser Ziel: Die Förderung von interkulturellem Austausch und die Sensibilisierung für andere Kulturen. Die Erkenntnis, dass es auch andere soziale Hintergründe gibt und dass nicht alle Länder in der Europäischen Union gleich funktionieren. Jeden Abend, nach abgeschlossenem Training, haben wir mit den deutschen Kindern diskutiert: Über kulturelle Unterschiede oder die Roma, aber auch über die Unterschiede in der Landwirtschaft und den Verzicht auf Technologie – Smartphones und technische Geräte sind im Camp nicht erlaubt. Wir möchten den Diskurs anregen und auch zeigen, dass es nicht nur zwischen den deutschen und rumänischen Kindern Unterschiede gibt. Denn auch unsere Münchner Kinder kommen aus unterschiedlichen finanziellen Verhältnissen. Spenden haben es uns möglich gemacht, dass wir in den letzten zwei Jahren einige Kindern mit nach Rumänien nehmen konnten, deren Eltern sich die Reisekosten eigentlich nicht leisten können.

Die nächsten Schritte

Bislang haben wir rund 35.000 € an Spenden eingenommen. Damit konnten wir Fundament, Asphalt und Körbe für einen sogenannten „Freiplatz“ finanzieren. Dieser Platz steht mittlerweile in Bögöz – mitten im Dorf, für jeden zugänglich. Bilder davon posten wir regelmäßig hier oder auf Facebook. Langfristig soll eine Halle gebaut werden, damit die Kinder ganzjährig trainieren können.

DRACULA’S GYM – YOUTH SPORT ON TRANSILVANIAN COURT
Architekturstudenten der HS-Augsburg entwickeln ein Konzept für eine Basketball-Halle in Transsilvanien.

Beim Bau der Halle  unterstützen uns Architektur-Studenten der HS Augsburg. Gemeinsam mit Professor Dr. Wolfgang Huß sind sie im Herbst 2016 nach Bögöz gereist, um sich den Ort anzusehen und sich inspirieren zu lassen – und um Entwürfe für eine Sporthalle zu entwickeln. „Dracula Court“ – so haben die Studenten ihr Projekt genannt und dazu eine Website entwickelt, die Interessenten auf dem Laufenden über Ihre Entwürfe hält. Dabei soll es nicht nur darum gehen, den Freiplatz zu überdachen und das Feld so vor Regen zu schützen. Wir möchten eine Halle bauen, in der die Kinder und Jugendlichen aus Bögöz ganzjährig trainieren können.

Die Studenten der HS Augsburg unterstützen Basketball Leben nicht nur, indem sie Entwürfe liefern, die lokale Traditionen und Bauweisen berücksichtigen. Sie helfen auch bei der konkreten Umsetzung, indem sie einen Finanzrahmen präsentieren, das Baugenehmigungsverfahren einleiten und die Spendenakquise unterstützen.

Die Chancen stehen also gut, dass schon bald eine Halle in Bögöz stehen wird. Eine Halle, die viel mehr sein wird als eine Sportstätte. Denn natürlich soll in der Halle Basketball gespielt werden – sie soll aber auch als Begegnungsstätte agieren, als sozialer Dreh- und Angelpunkt für Jung und Alt.

In der Zwischenzeit trainiert der neugegründete BC Bögözi Udvar während der Wintermonate in einer von uns angemieteten Halle im 15 km entfernten Székelyudvarhely. Über die Spendenplattform betterplace.org kannst Du uns helfen, das Training weiter zu ermöglichen. Jede Spende zählt und geht zu 100% an das Projekt. So kann auch ein kleiner Betrag einen großen Unterschied machen.

Als gemeinnützig anerkannter Verein können wir Dir auch eine Spendenquittung ausstellen.

Facebook: www.facebook.com/basketballleben
Instagram: www.instagram.com/basketball_leben

Wir danken Dir für die Unterstützung!

Sandy Lorenz, Miriam Storch und Katalina Farkas

Direkt spenden kannst Du über unser Vereinskonto:

Basketball Leben e.V.
IBAN: DE66700100800673301806
BIC: PBNKDEFF
Bank: Postbank München

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.